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Winterwanderung Dezember 2019

Ob es am Wetter lag, dass kurz vor dem abgemachten Termin 27. Dezember nicht mal eine handvoll Leute da waren?
Nein, die Liederkränzler lassen sich doch nicht vom Wetter abschrecken und alsbald war eine nette 15-köpfige Gruppe zusammengekommen und kurz nach 14:00 Uhr konnte unser Vorstand den Startschuss geben und gab auch gleich die Richtung vor - Ziel war MO's Steakhouse im Industriegebiet Sol in
Holzgerlingen. Bei Nieselregen ging es über's Ritterbuch zum CVJM-Haus. Hier wurde das, vielen noch unbekannte, Rosenbrünnele besichtigt. Es liegt im sogenannten Rosentäle, heute als Eschelbachtal bekannt. Eine Gruppe Auszubildender dervDaimler AG hat im Rahmen eines Sozialprojekts, zusammen mit Förster Achim Klausner, das Projekt "Rosenbrünnele" umgesetzt. Auch die gleich in der Nähe stehende rustikale Holzskulptur war beeindruckend.

Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und wir marschierten durch's landschaftlich schöne Eschelbachtal, vorbei an Stallungen des Reitvereins Holzgerlingen. Nach stetigem Anstieg oben angekommen, konnten wir die wunderbare Aussicht genießen und von da an ging es nur noch eben Richtung Industriegebiet Sol und mit etwas Verspätung erreichten wir unser Ziel - MO's Steakhouse, das Mekka für wahre Steakliebhaber. Dort warteten auch schon die Nichtwanderer und Kaffeeduft lag auch in der Luft. Nicht zu vergessen, die tolle Kuchenauswahl: Apfel-, Zwetschgen-, Käsekuchen und eine Limettentore. (Kuchen hat unser Vorstand Werner bestellt und der ist, wie jeder weiß, ein Süßer!)
In gemütlicher Kaffeerunde über den Dächern von Holzgerlingen, draußen war dicker Nebel aufgezogen, ließen wir uns die leckeren Kuchen schmecken. Und einige von uns erinnerten sich an frühere Zeiten, als wir hier oben beim früheren Pächter, nach der Singstunde oder im Sommer auf der Terrasse weilten.
Dann wurden auch schon die Liederbücher verteilt und Kurt Wölfle sorgte mit seinem Knopfgriff-Akkordeon für die musikalische Unterhaltung und so viel es uns auch nicht schwer, die bekannten Volkslieder mitzusingen. Danke an Kurt für die Musik und Helga und Erhard Linke für den Kontakt.
Als gegen Abend die anderen Gäste kamen, mussten wir das Singen einstellen. In dem Moment trudelte auch gerade unser Erich mit seiner Geburtstagsgesellschaft ein, mit Else Hackenberg dem Geburtstagskind und ihr wollten wir natürlich noch ein Ständchen singen.
Danach wurde intensiv die Speisekarte studiert, um aus dem Angebot an vielen Steaks und Burgern die richtige Wahl zu treffen. Unsere Gruppe war jetzt auf die stattliche Zahl von 24 angewachsen.

Nach einer Stunde Wanderung und 4 Stunden gemütlichem Zusammensitzen, mit vielen Köstlichkeiten, Lachen und schönen Gesprächen verabschiedeten wir uns mit guten Wünschen für das neue Jahrzehnt - die neuen 20er Jahre".        Für uns geschrieben hat: EVI Scheuermann

 
 
 
CafeConcert am 17. November 2019 in der Breitensteiner Halle
Eine musikalische Reise ins Reich der Zahlen

Für das diesjährige Konzert des Liederkranzes wurde die sonst recht nüchtern wirkende Breitensteiner Halle mit viel Dekoration, auch auf den festlich gedeckten Tischen, in ein gemütliches Kaffeehaus verwandelt. Denn einer langjährigen Tradition folgend stand in diesem Jahr wieder einmal ein sogenanntes "CafeConzert" auf dem Programm. Dieser Titel ist in seiner ungewöhnlichen Schreibweise gewissermaßen ein vom Liederkranz Breitenstein kreierter stehender Begriff geworden. Stammgäste dieser Veranstaltugen wissen, was sie erwartet und was sie erwarten dürfen, nämlich ein unterhaltsam beschwingtes buntes musikalisches Potpouri, eben passened zur Kaffeehausstimmung. Das letzte "CafeConcert" des Liederkranzes liegt bereits mehr als fünf Jahre zurück, denn für den Verfasser dieses Artikels war es etwas Neues, dem er mit Spannung auf die Akzeptanz beim Publikum entgegensah. Und das Publikum strömte in unerwartet hoher Zahl in dieses Kaffeehaus, wohin an diesem trübgrauen und feuchtkalten Novembertag feiner Kaffeeduft und die Aussicht auf feine selbstgebackene Kuchen und Torten vielfältiger Art lockte. Die Auswahl fiel bei dem reichhaltigen Buffet wirklich schwer. Vermutlich wussten unsere Gäste schon von vornherein, dass es ihnen bei diesem Konzert auch leiblich sehr wohl ergehen wird. Die langen Tischreihen reichten nicht aus, zusätzliche Stühle mussten rasch bereitgestellt werden, und Evi Scheuermann an der Kasse fragte schon nach, ob sie mit gutem Gewissen noch weiteren Gästen den Einlass gewähren konnte. Schließlich war die Halle bis auf den letzten Platz mit ca. 180 Gästen besetzt, zur großen Freude aller Beteiligten aus dem gesamten Umfeld des Liederkranzes Breitenstein. Ein schönes Fest unserer lebendigen Dorfgemeinschaft.

Mit Hallenöffnung ab 15:00 Uhr war den Gästen Gelegenheit gegeben, bei Kaffee und Kuchen und anderen Getränken - auch Teetrinker kamen freilich zu ihrem Genuss - mit Verwandten, Bekannten, Nachbarn und Freunden ins Gespräch zu kommen, bevor die ersten Takte der Band zum Einzug des Chores das eigentliche Konzert pünktlich um 16:00 Uhr eröffneten.

Das Motto für das Konzert - eine musikalische Gestaltung um Zahlen - war eine Idee unseres immer wieder findigen Chorleiters Herbert Klein, der ein sehr gutes Gespür für das hat, was dem treuen Publikum seines Chores mit Freude ins Ohr geht. So kam denn auch eine heiter unterhaltsame Reihenfolge von musikalischen Beiträgen zusammen. Dazu gehörten neben Liedern mit dem gemischten Chor auch drei lustige und mit viel Freude vorgetragene Lieder des Kinderchores unter Leitung von Judith Erb-Calaminus (Sopran) und zu alledem das seit mindestens 10 Jahren unsere Konzerte treu und hervorragend begleitende Trio Uli Gutscher (Klavier), Josef Wiest (Kontrabass), und Jogi Nestel (Schlagzeug).

Für die richtige Einstimmung auf Musik und Motto des "CafeConcertes" sorgte der erste Chorbeitrag mit dem Titel "Mit Musik geht alles besser, mit Musik fällt alles leicht". Werner Weinstein hieß das Publikum herzlich willkommen und brachte unsere Freude über den vollbesetzten Saal zum Ausdruck. Herr Klein, der auch bei diesem Konzert wieder einmal seine besondere Begabung als Konferencier bzw. Entertainer unter Beweis stellte, erläuterte das Zahlenspiel des Abends und leitete über zu einem Liederblock um die Zahl zwei: die Volksweise von 1820 "Zwei Hasen", die mit vielen Synkoben (kurzen arhythmischen Pausen) gespickt, die ganz lang geübte Konzentration des Chores erforderte. Darauf folgte die bekannte Weise "Wir zwei fahren irgendwo hin". Und dann ging es mit "Tea for two" aus dem Musical "No, no Nanette" ebenso rhythmisch fordernd um ein ersehntes Rendezvous als Auftakt einer Liebesbeziehung, danach schwangen "Zwei Herzen im Dreivierteltakt" bereits in seeliger Stimmung. Mit ihrem Solo des Chansons der Hildegard Knef "Eins und eins das macht zwei", machte Judith Erb-Calaminus nochmals das bis dahin besungene Zahlenspiel auf. Als klassisch ausgebildeter Sopranistin brachte sie auch ihr Talent als Chansonnière hervorragend zu Gehör, was ihr der Beifall bestätigte. Zu der Zahl 3 war das Publikum selbst zu einer musikalischen Einlage aufgefordert mit dem Kinderlied "3 Chinesen mit dem Kontrabass", das ja wohl jeder kennt. In der zweiten Strophe auf "ü", in der dritten Strophe auf "i". Und das hat auf Anhieb und ohne Probe wunderbar geklappt!

Mit drei lustigen Liedern erheiterte der Kinderchor die Zuhörer. Wie Judith Erb-Calaminus, die Chorleiterin erklärte, wollte sie mit den Kindern die doch recht grausame Geschichte der zehn kleinen Negerlein nicht einstudieren und war froh, die inhaltlich sehr viel harmlosere und witzige Geschichte von den "Zehn kleinen Fledermäusen" gefunden zu haben, die am Ende dann doch wieder alle zueinander finden. Man spürte, mit welcher Konzentration und Freude die jungen Sängerinnen und Sänger des Kinderchores dabei waren, und das Publikum belohnte sie herzlich gern mit kräftigem Applaus und machte sie damit stolz auf ihren Auftritt in diesem Konzert.

Wie Herr Klein in seiner Überleitung zum nächsten Titel ankündigte, wurde das Publikum mit dem fetzigen Rock- und Poptitel "Rock around the clock" aufgerüttelt. Der im Wechsel zwischen Männer- und Frauenstimmen peppig rasch zu singende englische Text war in den Proben vielfach erst als Sprechgesang einzustudieren, und Herr Klein wies schon immer wieder auf den unerbittlich flotten Rhythmus der Band hin, dem der Chor folgen müsse. Deutlich ruhiger ging es dann im "Backwater blues" zu, wo Hochwasser nach 7-tägigem Regen besungen wird, in dem der Chor das Sopransolo im Hintergrund begleitet. Schon in der Generalprobe waren Band und Chor vom gekonnten Blues-Stil im Vortrag von Judith Erb-Calaminus begeistert, einer weiteren Facette ihres ausgezeichneten musikalischen Einfühlungsvermögens. Damit waren wir bei der Zahl 7 angekommen, die im Titel zweier weiterer Ohrwürmer steht: zunächst "Über sieben Brücken musst die geh'n" und danach die Liebeserklärung an "Sie" - "Sieben Mal in der Woche möcht ich ... glücklich sein mit dir". Danach gab es 15 Minuten Pause, wo man nochmal Kaffee und Kuchen nachholen oder auch schon zu einem Gläschen Wein übergehen konnte.

Mit ein paar witzigen Einlagen holte Herr Klein das Publikum in das musikalische Zahlenkaleidoskop zurück: "Musikanten gehen an einer Kneipe vorbei!" Das war der Witz, denn Musikanten können doch an einer Kneipe nicht einfach vorbeigehen! Das war schon die Einleitung auf die Einlage der Band mit dem bekannten Titel "Pennsylvania 6.5000". Dem Titel liegt die Telefonnummer der berühmten Bar in New York zugrunde, in der seinerzeit bekannte Jazzer wie Miles Davis auftraten. Dann forderte Herr Klein als Conférencier die Rechenkünste sowohl des Bürgermeisters, Herrn Lahl, als auch des Ortsvorstehers, Thomas Müller, und schließlich des gesamten Publikums heraus und wurde in seiner trickreichen Rechnung mit gedachten Zahlen im Ergebnis tatsächlich auch bestätigt. Was so ein Chorleiter nicht alles beherrscht!?!

Wir waren inzwischen bei der Zahl 8 angekommen: "Eight days a week" war der nächste Titel aus dem Repertoire der Beatles. Kurzer Medien-
wechsel: Die Tonband-Einlage "Ein Wagen von der Linie 8" brachte das Publikum zum Schmunzeln. In besinnlichem gemeinsamem Gesang von Solistin (Lied des Sandmanns) und Chor "Abendsegen" von Engelbert Humperdinck aus der Oper "Hänsel und Gretel" war der Sprung zur Zahl der 14 Engel, die "um mich steh'n", gemacht. Wieder etwas lockerer ging es weiter mit dem Udo Jürgens-Song "17 Jahr, blondes Haar". Die Midlifecrisis-Jahre hat das Programm freundlich übersprungen, als es danach schon auf die 60-er zuging: "When I get older ... when I'm 64" und "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an". Und schließlich erklang das eindringliche Liebeslied "Ich brauche keine Millionen ... ich brauche weiter nichts als nur Musik, Musik. Damit war der Rahmen des Programms dieses Abends "Mit Musik geht alles besser" geschlossen. Das Publikum stieg dazu mit rhythmischem Beifall ein. Und ließ im Beifall und den Zurufen "Zugabe" nicht locker worauf der Chor freilich eingestellt war; wir kennen unser dankbares Publikum und wollen es auch für künftige Konzerte herzlich gern bei Laune und Zulauf halten, das ist bei aller eigenen Freude am Gesang das Bestreben unseres Liederkranzes e.V.! Das in Text und Melodie salbungsvolle und doch moderne"Hallelujah" von Leonhard Cohen, das auch im Chor selbst sehr beliebt ist, bildete den Ausklang des diesjährigen CafeConcerts des Liederkranz' Breitenstein.

Die Dankesworte zum Abschluss mit kleinen Gaben an die Mitwirkenden galten Frau Erb-Calaminus als Solistin und Leiterin des Kinderchores, dem instrumentalen Trio Uli Gutscher (Klavier), Josef Wiest (Kontrabass) und Jogi Nestel (Schlagzeug), Herrn Herbert Klein (Chorleiter und Moderator durch den Abend) und den vielen Helferinnen und Helfern an den Theken und im Kaffee- und Getränkeausschank, den Kuchenbäckerinnen und all denen, die für die vorzügliche und stimmungsvolle Dekoration sorgten, wie vor allem Tanja Kuttner und Gerd Nägele mit der Programm- und Plakatgestaltung. Im Team ist diese Chorgemeinschaft einfach  s u p e r !

Ihnen allen herzlichen Dank! Bis zum nächsten Konzert!                   Für uns getextet hat Wolfgang FUNK, Sänger im BASS - fotographiert hat Gerd ESSLINGER

 
 
 
 
Ein etwas anderer Singstundenabend

Wie heißt es so schön: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Es gibt Feste, denen man gerne eine besondere Note verpasst. Und dies war für letzten Dienstag Anlass zu einem besonderen Singstundenabend: Um 21:00 Uhr war große Geburtstagsparty, bei Evi zu Hause, angesagt. Wir hatten vereinbart, zuvor noch 1 Stunde in der Halle zu üben, einmal für's Ständchen zum anderen Lieder für's Konzert.
Mit Sekt wurden wir empfangen und nachdem wir auf Evi's Gesundheit und Wohlergehen angestoßen hatten, trällerten wir unser Ständchen mit viel Vergnügen und auch Evi hat es sichtlich genossen. Zuerst natürlich unser "Glückwunschlied" mit der Bitte um Speis und Trank. Herr Klein hatte eine super Idee und zwei besondere Lieder mitgebracht: das schon lange nicht mehr gesungene und sehr schöne Lied "Erlaube mir feins Mädchen, in den Garten zu gehn...." und "17 Jahr, blondes Haar...." aber teilweise dem Anlass entsprechend umdichten lassen. Jahreszahländerung und kleine Versvarianten machten das Letztere zum Premierensong. Ein zig-Gedicht, das Werner vortragen und Blumen, die er überreichen durfte, rundeten die Glückwünsche ab.

Die "gute Stube" war sehr geschickt aufgeteilt, mit diversen größeren und kleineren Tischchen und Sitzgelegenheiten. Munter ging's zu und immer wieder kursierten Tabletts mit leckeren, warmen Pizzabrötchen, zwischendurch Obst und Getränke in verschiedenen Variationen. Mit "Filmschauspieler" ähnlichen Postern und zarten Wiesenblumen war die Dekoration perfekt.
Evi's und Dieter's heißgeliebter Rico musste im Untergeschoss vorlieb nehmen - der arme Kerl - aber so gegen 23:00 Uhr, als wir alle so nach und nach uns verabschiedeten, war für ihn die obere Etage wieder freigegeben.

Ein riesiges Dankeschön an Evi und Dieter - es war ein wunderschöner "Singstundenausklang." bn

 
 
 
 
 
 
 

Nachdem die Generalprobe wenige Tage vor dem Konzert, zum ersten Mal mit allen Mitwirkenden - neben dem Chor Frau Judith Erb-Calaminus, Sopran, Michael Kuhn, Orgel, Hannes Renftle und Simon Nestele, Violonen und Herbert Klein, Flöte - ganz ordentlich schief gegangen war, stand für erfahrene Konzertanten fest, dass das Konzert nunmehr umso besser gelingen würde. Und diese Erwartung erfüllte sich, waren doch alle Beteiligten mit höchster Konzentration auf ihren Part bei der Sache.
Dazu trug freilich bei, dass wir bei Betreten der Georgskirche von der dicht beisammen sitzenden Besucherschar beeindruckt waren. Und wieder einmal reichten die Sitzplätze nicht aus, sodass ein paar wohlgesonnene Zuhörer im Stehen nicht auf das Konzert verzichten wollten. Auch der Chor rückte eng gedrängt im kleinen Chorraum um den Altar zusammen, um nicht mehr als die erste Stuhlreihe belegen zu müssen.

"Veni redemptor gentium". Nun komm, der Heiden Heiland: Dieser einstimmige Chorsatz für Männerstimmen mit lateinischem Text aus dem 3.Jh., umgesetzt in einer Melodie aus dem Kloster Einsiedeln aus dem 12.Jh., sowie das bekannte Kirchenlied nach Martin Luther von 1524, das die Gemeinde im Wechsel mit Solo-Sopran und Chor mitsingen konnte, wurde das Weihnachtskonzert stimmungsvoll eröffnet. Daran schloss sich ein erster Liederblock für den Chor an: "Hymne an die Nacht", vertont von Ludwig van Beethoven, "Sternenglanz am Himmelszelt zeigt den Weg durch finstre Nacht....", danach "Gdy síe Christus rodzi..." "Als die Welt verloren, Christus ward geboren", ein polnisches Weihnachtslied von 1853, und "Im Dunkel unsrer Nacht, entzünde das Feuer, das nie mehr erlischt", ein eindrucksvoll feierliches Weihnachtslied von Frère Wolfgang aus Taizé, das der Chor in deutscher, französischer, englischer und italienischer Sprache intonierte und damit etwas internationales Flair einfließen ließ. Es folgte das neuzeitliche Orgelspiel "Festivo Scherzo" von Malcolm Archer, das Michael Kuhn virtuos interpretierte und damit aus der ruhigen Stimmung in der Kirche aufhorchen ließ. Ein weiterer Programmblock mit drei Liedern für den Chor setzte mit einer Mischung aus modernen Kompositionen textuell traditioneller Weihnachtslieder einen weiteren musikalischen Akzent: Zunächst das schweizerische Sternsingerlied "Es ist für uns eine Zeit angekommen, es ist für uns eine große Gnad", danach "Ihr Kinderlein kommet" in einem modernen Satz von Carsten Gerlitz, und anschließend von demselben Komponisten das bekannte Lied "Leise rieselt der Schnee". Leise, ganz leise.

Die Kandate "Fürchtet Euch nicht" von Christof Bernhard, hervorragend intoniert und einfühlsam vorgetragen von unserer Sopranistin Judith Erb-Calaminus, führte gefühlsmäßig und inhaltlich zurück in die biblische Weihnachtsgeschichte. Auch die instrumentale Begleitung durch die zwei Violonisten des Orchesters der Jungen Streicher Weil, Hannes Renftle und Simon Nestele, sowie dem Organisten Michael Kuhn, spannten musikalisch in feierlicher Stimmung den Bogen in die christliche frohe Botschaft und Christi Geburt.

Der Chor in Begleitung durch Herbert Klein an der Flöte trug mit "Gaudete, Christus est natus" (Piae cantiones, 1582) diese frohe Botschaft - in italienischer Sprache - hinaus in die Welt der Gläubigen. Der Chorsatz von John Rutter "Die wunderbarste Zeit" setzte wiederum einen modernen Akzent in der Wahrnehmung der Weihnachtszeit: ".... und auch im Familienkreise ist man wirklich füreinander da".

Der letzte Programmblock stand mit Auszügen aus Georg Friedrich Händels "Messias" wieder ganz im Zeichen klassischer Weihnachtsmusik: Zunächst das Sopransolo "Er weidet seine Herde", begleitet von Violinen, Blockflöte und Orgel, danach die rein instrumentale Pifa für zwei Violinen und Orgel. Das Recitativo und Accompagnato für Sopran und zwei Violinen und zum festlichen Abschluss das Recitativo (Sopransolo) und der Chorsatz, begleitet durch die Violinen und Orgel "Ehre sei Gott".

Herr Klein, Chorleiter und Organisator des Konzertes, verband und erläuterte mit einleitenden Worten und historisch einordnendem Kommentar auf lockere Weise die einzelnen Sequenzen.
Der Beifall zwischen den Beiträgen und lang anhaltender Applaus der Zuhörer am Ende bestätigten dankbar allen Mitwirkenden, dass sich die lang zurückreichenden Vorbereitungen auf das Konzert im Advent gelohnt hatten und allen Anwesenden große Freude und eine gelungene Einstimmung auf Weihnachten bewirken konnten. Auch der Chor selbst, der Liederkranz Breitenstein, schloss sich mit Dank an die Mitwirkenden dem Beifall des Publikums an.
Damit fand das Jahr des 125-jährigen Jubiläums des Liederkranz Breitenstein seinen Abschluss.
In den Köpfen sprudeln indes schon die Planungen für Veranstaltungen im Neuen Jahr 2019.
Herzliche Einladung dazu. Wir freuen uns über zahlreichen Besuch.                                                                                Wolfgang Funk

Und zum Schluss noch etwas Erfreuliches. Von einem Liederkranz-Fan erhielten wir nachfolgendes Mail:
"So ein supertolles Konzert! Kompliment an alle Beteiligten! Es war mutig, sich an ein solch anspruchvolles Programm zu wagen - aber es ist mehr als gelungen! Überraschend waren u.a. die Arrangements der drei "gewöhnlichen" Weihnachtslieder. Der Liederkranz ist eben immer für eine Überraschung gut...
Herzliche Grüsse von einer Ehemaligen, die wohl ein Dauer-Fan bleibt.

 
 
                         Mitgliederausflug im Jubiläumsjahr am 13. Oktober 2018 nach Breisach im Breisgau 

Der Wetterbericht meinte, so um die 24 Grad könnten es werden, ein Schritt nach draußen ließ mich vor Kälte erstarren, also nehme ich doch noch eine Jacke vom Haken. Jetzt aber Abmarsch zum Rathausplatz, wo sich schon einige ausflugshungrige Liederkränzler die besten Sitzplätze im Bus ergatterten. Während Werner noch seine Teilnehmerliste auf Vollzähligkeit überprüfte, trafen noch die letzten Teilnehmer 1 Minute vor der Abfahrtszeit ein. Begrüßt wurden wir vom Busfahrer und von Jutta, die wohl den Busunternehmer mit der Organisation und Durchführung des Ausflugs beauftragt hatte. Die gute Nachricht zuerst: Jutta hat beim Wettergott allerschönstes Ausflugswetter organisiert, weniger erfreulich die Nachricht: der Busunternehmer hat den angekündigten Schlussaufenthalt am Titisee, aus Zeitgründen, gestrichen. Also nichts mit Sonnenuntergangsfoto, dafür aber die Chance, den Anpfiff des Fußballspiels Deutschland-Frankreich am TV zu erleben.

Nach angenehmer Fahrt erreichten wir das Kinzigtal, im mittleren Schwarzwald gelegen, gewiss eines der schönsten Täler des Schwarzwaldes. Dass das Glasblasen, wenn es in althergebrachter handwerklicher Kunst ausgeübt wird, für uns Besucher ein tolles Erleben werden kann, zeigte sich beim ausgiebigen Besuch der Dorotheenhütte in Wolfach. Die letzte Glashütte des Schwarzwaldes, in der Bleikristall ver- und bearbeitet wird, ist absolut sehenswert. Wenn man frühzeitig, noch vor Eintreffen der vielen Reisebusgäste die Glashütte betritt, kann man sehr genau die Herstellung und Bearbeitung des Glases und seiner Geschichte anhand der Vorführungen und den einzelnen Bearbeitungsstationen verfolgen. Unter dem Eindruck, gerade etwas über eine außergewöhnlich schöne Handwerkskunst erfahren zu haben, verteilten wir uns zum Frühstück an den Tischen des angegliederten Freilichtcafe's und genossen einen Cappuccino oder anderes Getränk und wer sie noch hatte, die gestiftete Brezel samt Schokolädle, während im Sonnenlicht die im GlasShop entstandenen kleinen Kostbarkeiten glitzerten.

Es war Zeit zur Weiterfahrt Richtung Mittagessen. Bereits nach kurzer Busfahrt veränderte sich die Landschaft erheblich. Wie Vulkaninseln erhebt sich das kleine Mittelgebirge zwischen Schwarzwald und Elsass. Wir sind unterwegs in der Oberrheinebene und befinden uns in der Region Naturgarten Kaiserstuhl. Die Klimaanlage des Reisebusses hindert uns daran, das wärmste Klima Deutschlands zu erleben.

Wer immer auch das Restaurant für unser Mittagessen ausgeguckt hat, ein Lob sei ihm gegönnt. Schon beim schwierigen Einparken in eine kleine Parkbucht war klar, dass der "Riegeler Hof" kein Allerwelts-Busabfertigungslokal ist. Vornehm gedeckte Tische im schönen Gastraum und ein wirklich gutes, preiswertes Mittagessen, aufgetischt von aufmerksamem Bedienungspersonal, wird uns in angenehmer Erinnerung bleiben.

Ein Stadtführungstermin um 15 Uhr in Breisach verhindert längeres Verweilen am gastlichen Ort und merkwürdige Umleitungen veranlassen den Fahrer, unter Aufsicht seiner mitfahrenden Ehefrau, aufs Gaspedal zu treten. Alles gut - wir haben's rechtzeitig geschafft, der Stadtführer nimmt uns am verkehrsreichen Platz in Empfang. Hinauf geht's auf den Breisacher Münsterberg über steile Gassen. Im Ohr die erklärenden Worte des Stadtführers, teils auch Anekdoten zu den beim Aufstieg angrenzenden Gebäuden, Toren und Gassen. Wir sind gespannt auf die Ausführungen zum Breisacher Wahrzeichen, dem St. Stephansmünster. Doch bevor wir unsere Ohren auf Empfang stellen, klärt unser Dirigent mit dem Stadtführer, der zugleich auch Kirchenführer ist, wann wir in der Kirche singen dürfen. Dabei wurde klar, dass wir zwar singen dürfen, eine Kirchenführung aber nicht stattfinden darf, weil "weder bestellt, angemeldet noch bezahlt". Und weil die Zeit des Singens an der Stadtführungszeit abging, betraten wir schleunigst den prächtigen Innenraum des Münsters. Nach vielen Jahren erklang wieder einmal der Gesang des Breitensteiner Liederkranzes in einer großen Kirche. Bereits nach den ersten Tönen entstand der Eindruck, der Chor sänge heute in doppelter Besetzung, dabei waren es in allen Stimmlagen weitaus weniger. Ein überwältigendes Klanggefühl spornte zur Höchstleistung an. Schnell noch durch die Räumlichkeiten gehuscht und das eine oder andere Kunstwerk fotografisch mitgenommen, darunter den Reliquienschrein, den wunderschönen Altar, einer der schönsten Schnitzaltäre Deutschlands mit seinem kunstvoll geschnitzten bis an die Decke reichendes Gesprenge usw.usw. - daheim nachzulesen im Internet. Draußen wartet ungeduldig unser Stadtführer, zeigt uns nochmals den Blick auf und über den Rhein, weit hinüber nach Frankreich. Wir schreiten durch die Radbrunnenallee direkt auf den Radbrunnenturm zu. Im Inneren das hölzerne Tretrad zum Bedienen des daneben liegenden 41 Meter tiefer Trinkwasserbrunnens. Ausführlich wurde die Funktion und die Erbauung der bereits im Jahr 1189 begonnenen Anlage beschrieben. Gemütlich schlenderten wir hinab in die Unterstadt, wo uns der Stadtführer entließ. Sozusagen führerlos nutzten wir die noch verbliebene Zeit und das schöne Wetter, schwärmten aus in allerlei gut besetzte Cafe's und Eisdielen. Sogar das eine oder andere Bedienungspersonal konnten wir ganz ohne Ärger überzeugen, wie man in einem vollen Lokal diskret und elegant viele Leute um ein rundes Tischle plaziert, ohne dabei die anderen Gäste zu stören. Der Cafebesuch war sozusagen zugleich Ausklang des diesjährigen Ausflugs.
Gemütlich schlenderten wir zur vereinbarten Bushalte und traten pünktlich um 18 Uhr die Heimfahrt an. Diesmal nahmen wir die schöne Route durch das Höllental und trafen bereits wieder um 20 Uhr in Breitenstein ein.

Auch der diesjährige Ausflug verlief harmonisch und gemütlich. Man konnte neue Eindrücke von Landschaft und Kultur gewinnen und die von Jutta Marquart gegebene Schönwettergarantie trug ganz wesentlich zum Gelingen bei.  Text: Gerd Nägele - Fotos: Gerd Eßlinger, Brigitte und Gerd Nägele
                                                                                                                                                    
                                            

                                                                                                                                                                                

 
 
 
 

 

"Wer ist hier jung, wer hat hier Schwung"
Breitenstein: Festkonzert zum Jubiläum 125 Jahre Liederkranz am 05. Mai 2018

Wenn 125 Jahre Liederkranz Breitenstein gefeiert werden, wird nicht nur gesungen, sondern auch die Historie betrachtet. Und Claus Daniels vom Chorverband Otto Elben sowie lokale Vertreter kamen zum Gratulieren und Würdigen der kulturellen Arbeit des Vereins.

Ortsvorsteher Thomas Müller hatte herausgefunden, dass der Liederkranz gegründet wurde, um das "wilde Singen" zu unterbinden, und dass der erste gemischte Chor 1791 in Berlin gegründet wurde. Davor gab es nur Knabenchöre, die in den Klöstern entstanden. Er sei froh, die fleißigen Helfer des größten Vereins im Ort zu haben und versprach - mit einem Seitenblick auf Bürgermeister Wolfgang Lahl - dem Verein Zusatzgeräte zur Lichttechnik, damit die Musicals noch attraktiver aufgeführt werden können. Der Weilemer Schultes nickte dazu.
Das Gründungsjahr 1893 löste natürlich auch Vergleiche mit dem VfB aus. Der Vorteil des Liederkranzes sei, dass die Aktiven nicht dauernd wechselten. Werner Weinstein leitet schon 30 Jahre den Verein. Seit 20 Jahren erweitert Herbert Klein das Repertoire des Chors, und vor 15 Jahren begann Judith Erb-Calaminus die Kinder- und Jugendchöre aufzubauen. Von den aktuell drei Gruppen zeigten dann Mädchen zwischen 13 und 20 Jahren mit englischen und französischen Filmmelodien ein beeindruckendes Niveau.
Viel vorgenommen hatten sich die Aktiven. Judith Erb-Calaminus trat noch als Solistin auf mit dem "Vilja"-Lied und sang zusammnen mit Alexander Efanov Ohrwürmer, wie "Schenkt man sich Rosen in Tirol" aus dem "Vogelhändler" von Carl Zeller und weitere Lieder aus der "Lustigen Witwe" von Franz Lehár.
Der russische Tenor brillierte als Solist bei "Musik ist Trumpf" von Heinz Gietz. Auch der Violine-Begleiter Michael Davis hatte seinen Spezialpart mit dem Czardas von Vittorio Monti, begleitet von Eberhard Leuser am Klavier. Der allerdings spielte den ganzen Abend durch. Die Chormitglieder zeigten sich sehr flexibel, etwa in dem von Alois Mechlichar bearbeiteten Chopin-Lied "In mir klingt ein Lied", das sanft beginnt, sich steigert und dann zärtlich endet.
Der Walzer "Rosen aus dem Süden" von Johann Strauß sei nur drei Jahre älter als der Liederkranz, fand der Dirigent Herbert Klein heraus. Bei der "Amboss-Polka" schlug er selbst auf den Stahl, und für die Anzüglichkeiten im Text der "Tritsch-Tratsch-Polka" entschuldigte er sich bei den Politikern.
Es folgten die "Barkarole aus "Hoffmanns Erzählungen" und die "Arie des  Klein-Zack", die Alexander Efanov mit Unterstützung der Männer und der Instrumentalisten vortrug. Und als Zugabe hatte der Dirigent den "Radetzky-Marsch" ausgesucht, die "Herzmassage" von Johann Strauß-Vater, die immer das letzte Stück der Wiener Neujahrskonzerte ist.                                                      Text von Renate Lück von der Sindelfinger Zeitung