Das Kinderchor Musical "Das geheime Leben der Piraten" Samstag, 09. Mai 2020 in der Breitensteiner Halle wurde infolge der Corona-Pandemie abgesagt! 

           
 

Sommerkonzert - "dies und das" am 11. Juli 2020 in der Breitensteiner Halle
gemischter Chor und Jugendchor


 

 
 

Ein Titel, der so gar nichts über unser diesjähriges Konzertprogramm verrät, außer dass es im Sommer stattfindet.

Der Grund: Die Liedauswahl zu diesem Konzert oblag diesmal ganz allein den Sängerinnen und Sängern. Aus allen eingeübten Chorsätzen (Klassik ausgenommen) suchten sie sich ihre ganz persönlichen Wunschtitel aus.

Kein Wunder, dass aus dem umfangreichen Repertoire sowohl Schwieriges als auch Heiteres und so mancher Ohrwurm den Sprung auf die Programm-Hitliste geschafft hat.

Genießen Sie sommerliche Vokal-Überraschungen, wohltuende Instrumentenklänge und heitere Anekdoten unseres Chorleiters.

Vor dem Konzert und in der Pause erwarten Sie leckere Schmankerln und erfrischende Getränke.

                                                                                            
           

 


Fotos: Dieter Macht

              

               "Der Liederkranz in der Corona Krise" - Ein persönliches Stimmungsbild 2. Teil im Juli 2020

Wir schreiben Samstag, den 18. Juli 2020: Heute hätte eigentlich die beliebte und belebte Breitensteiner Hocketse stattfinden sollen, die freilich seit langem schon abgesagt werden musste. Auch in unserer Gemeinde liegt das kulturelle Leben derzeit darnieder!

Der Vorstand hat in der Breitensteiner Halle zu einer Mitgliedersonderversammlung geladen, weil Nachbesserungen in der Formulierung der Vereinssatzung eingefordert wurden. Das ist seit 5 Monaten - genau genommen seit der letzten Chorprobe am 10. März diesen Jahres - wieder die erste Begegnung der aktiven Mitglieder, die ja eigentlich vor allem gemeinsam singen möchten, ihr aktuelles Repertoire auf der Höhe halten möchten.

Sei es gleich gesagt: die Stimmung war bedrückend. Schon am Eingang zur Halle kam man am Desinfektionsapparat nicht vorbei, Mund-Nasen-Schutzmasken lagen bereit, für diejenigen, die nicht daran gedacht hatten. Und so begrüßte man sich etwas verhalten und leicht verunsichert - auf Abstand und maskiert - und betrat die Halle, wo entsprechend viele Stühle in genau vermessenem Abstand etwas verloren in der großen Halle herumstanden, in dem Raum, in dem, wenn überhaupt möglich, künftige Singstunden abgehalten werden könnten. Vor dem offiziellen Beginn der Versammlung konnten wir uns in der Halle und auf den gebotenen Abstand achtend deutlich zwangloser und in gewohnter Vertrautheit unterhalten und nach dem persönlichen Befinden fragen, unser aller Bedauern der fortwährenden Dauer dieser ungewohnten Lage austauschen, das bei vielen gemeinsame Entsetzen über sogenannte "Corona-Rebellen" mit ihren abstrusen Verschwörungstheorien und die voreiligen und leichtsinnigen Urlauber - etwa auf der Party-Meile bei Palma de Mallorca - bekunden.

Die juristisch notwendigen Änderungen der Vereinssatzung waren schnell abgetan und wurden per Handzeichen abgesegnet. Mit 28 Anwesenden waren wir rechtsgültig beschlussfähig.

Was danach zur Sprache kam, darauf waren wir wohl alle sehr gespannt: die Beantwortung der großen Frage "Wie geht's jetzt weiter?"
Um es vorwegzunehmen: Genaues weiß keiner, alles ist sehr offen, weil es auf die weitere Entwicklung der Infektionszahlen und damit auf die weitere Ausbreitung des Coronavirus ankommt.

Aus dem zurück- und einigermaßen brachliegenden Vereinsleben berichtete der Vorsitzende Werner Weinstein zunächst von den diversen Bemühungen um finanzielle Unterstützung des Vereins angesichts der ausgefallenen Einnahmen bei abgesagten Konzerten der verschiedenen Chorgruppierungen des Liederkranz. Immerhin sprang die örtliche Genoba neben anderen auch unserem Verein mit einem vergleichsweisen angemessenen Betrag bei, für den mit Applaus gedankt wurde.

Sodann berichtete der Vorstand von zurückliegenden Geburtstagen und leider auch dem Trauerfall eines früher in vielerlei Hinsicht aktiven Vereinsmitglied. Zum Glück war von Corona-Erkrankungen im Verein nicht die Rede!

Anlässlich der Geburtstage kam die Frage nach den sonst üblichen Geburtstagsständchen bei Singstunden auf und damit die Frage nach den uns gegebenen Möglichkeiten der Pflege des Chorgesangs. Zunächst wurden die räumlichen Auflagen nach den Richtlinien geklärt:
Bei Chören gilt ein Abstand zwischen den Sänger*innen von mindestens 5 m und maximal zwanzig Beteiligten. Das heißt schon mal, dass der gesamte gemischte Erwachsenen-Chor nicht in einer Singstunde zusammen kommen kann! Herr Klein, der Chorleiter, brachte ein, man könne auch mit einzelnen Stimmlagen in Gruppen proben. Dafür gelten jedoch wiederum Bestimmungen, die besagen, dass in regelmäßigem Wechsel von 15 Minuten gesungen und die Belüftung des Raumes vorgenommen werden müssen. Bei den räumlichen Gegebenheiten käme also grundsätzlich nur die große Breitensteiner Halle in Betracht. Und das ist wegen Nutzung durch schulische und sonstige Sportveranstaltungen eigentlich nur in schulfreien Ferienzeiten möglich, also gewissermaßen illusorisch. Für die bevorstehenden Sommerferien der Schulen hat der Vorstand bei der Gemeinde prophylaktisch angefragt und für einige Termine im August "grünes Licht" für die Hallennutzung bekommen.

So stellte sich die Frage an die aktiven Sänger*innen:" Wollen wir das? Und schaffen wir das?" Die Antwort fiel mehrheitlich zustimmend aus: Wir wollen ja gemeinsam singen!!!
Und das wollten wir dann gleich einmal erproben, um Erfahrung mit dem Gesang auf Abstand mit oder ohne Maske und in der großen Halle zu bekommen. Also Neugruppierung nach den Stimmlagen und Anstimmen des allen geläufigen Breitensteiner Liedes. Herr Klein gab - aus weiter Ferne!?! - die Töne und dirigierte den weit verstreut stehenden reduzierten Chor. Alle sangen jetzt mit Maske. Eine ungewohnte, befremdliche Wahrnehmung vornehmlich der eigenen Stimme auf weiter Flur. Und dennoch fand Herr Klein: "Ich höre euch gut; klingt doch ganz ordentlich!" Tröstende Worte, die uns alle dazu ermutigten, auch noch zwei Geburtstagsständchen" - "Fröhlich wollen wir beginnen" und "Freude, schöner Götterfunken" anzustimmen. Die Noten wurden verteilt, und siehe da: "Geht doch!"

Es wurden einige Probentermine im August für alle festgelegt zur Pflege und Aufarbeitung des ehemaligen Sommerkonzert-Programmes und nicht zuletzt auch der individuellen Stimmbildung nach monatelanger gesanglicher "Abstinenz!"

Wie es jedoch nach den Sommerferien mit Wiederbeginn des Schulbetriebes weitergehen kann und wird, das steht derzeit noch in den Sternen. Darum wurde auch die Frage um das Zustandekommen des für dieses Jahr geplanten Weihnachtskonzertes in der Georgskirche erst gar nicht angesprochen.

Bleiben wir also weiterhin zuversichtlich bezüglich des hoffentlich baldigen Abklingens der Corona-Pandemie und der bis dahin notwendigen Schutzmaßnahmen und vor allem...   "Bleibet Se gsond!

Mit herzlichen Grüßen

Wolfgang Funk

PS  Es ist zu befürchten, daß wir auch noch einen 3.Teil von Wolfgang bekommen werden

 

 

 

 

 

               

 

   Die Bank steht unterhalb der Mehrzweckhalle, gestiftet vom Liederkranz Breitenstein nach einer Idee von Evi Scheuermann - Bild: bn/veröffentlicht Mitte Mai 2020    

                                     
                 

      Im Frühjahr 2020 - persönliche momentane Eindrücke  - Mitte Mai 2020

Bei der Mitglieder-Jahresversammlung am 3. März ahnte niemand, dass solch harte Zeiten auf uns alle zukommen würden. Ab dem 17. März galten strenge und noch strenger werdende Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus (Sars-CoPV-2, COVID-19) in der weltweiten Pandemie:
Versammlungsverbot über den häuslichen Personenkreis hinausgehend, Schulen und Kitas geschlossen, die Schulen müssen trotz kaum vorhandener Vorbereitung und elektronischer Ausstattung auf Homeschooling umstellen, für die Kitas wird nur eine Notbetreuung für Kinder "systemrelevanter Berufsgruppen" eingerichtet, Kinderspielplätze werden mit Zugangsverbot abgeriegelt, Museen geschlossen, Theater und sonstige Veranstaltungen, ja auch Prostitution verboten (!), Fußballspiele mit Publikum untersagt, sämtliche Geschäfte, mit Ausnahme der Lebensmittelläden geschlossen, Betriebe weitestgehend auf Homeoffice umgestellt bzw. auf Kurzarbeit der Arbeitnehmer heruntergefahren, in den Krankenhäusern werden verschiebbare Operationen untersagt, um die Intensivstationen für höhere Kapazitäten auszubauen, Familienbesuche, auch bei Angehörigen in Altenheimen untersagt und schließlich das zentrale Gebot: Zuhause bleiben, um andere und sich selber nicht zu gefährden.

Derzeit (Mai) besteht die Pflicht Nasen- und Mundschutzmasken zu tragen beim Betreten von mittlerweile sukzessive wieder geöffneter Geschäfte. Schlangestehen vor dem Einlass mit obligatorischer Desinfektion der Hände wie auch des Einkaufwagens sind zur ungewöhnlichen aber notwendigen Gewohnheit geworden.

Und was bedeutet das alles für den Liederkranz Breitenstein, unseren Gesangsverein?
Am 10. März fand die bisher letzte Singstunde statt. Eigentlich wollten wir in der Woche danach den 70. Geburtstag unseres Chorleiters Herbert Klein feiern; aber dazu kam es leider nicht, denn die Chorproben mussten einstweilen bis 21. April wegen Versammlungsverbot abgesagt werden. Und das ist bis heute der status quo: keine Singstunden, kein vergnügliches Beisammensein, kein gemeinsames, fröhliches Singen. Aber schlimmer noch: Längst geplante Konzerte bzw. Auftritte des Jugendchors am 21. März "The best day of my Life" sowie des Kinderchores am 9. Mai mit dem Musical "Das geheime Leben der Piraten" mussten entfallen! Mit heutigem Datum sind die Proben des Erwachsenenchores seit 8 Wochen ausgesetzt, und damit ist der geplante Termin des Jahres-Sommer-Konzertes "dies und das" am 11. Juli mit vom Chor selbst ausgewählten Lieblingsliedern (Hits) wohl kaum noch zu halten! Und außerdem steht noch "in den Sternen", wann ein normales Vereiensleben und damit unser gemeinsames Singen überhaupt wieder möglich bzw. erlaubt sein wird! Mit Mundschutzmasken kann man freilich nicht singen, und um bei 36 Chormitgliedern mindestens 1,5 Meter Abstand wahren zu können, müssten wir in der Breitensteiner Halle zur Singstunde zusammen kommen. Das sind betrübliche Aussichten! Nicht nur, weil wir das Programm unseres Konzertes nicht weiter einstudieren können, sondern weil ganz einfach die Kontakte, die wöchentlichen Begegnungen im Verein schmerzlich vermisst werden! Man sieht sich nur von weitem, grüßt freundlich im Vorübergehen oder im Vorbeifahren aus dem Auto; wenn's hoch kommt, gelingt  ein nachbarliches Schwätzchen "über d'Straß" oder über den Gartenzaun. Kurz: das übliche Leben und Begegnen im (Gesangs-)Verein liegt darnieder! Es ist nur ein schwacher Trost, dass uns dieses Schicksal mit allen anderen Vereinen des Ländles verbindet. Zu befürchten ist gar noch, dass das kulturelle Leben der Gemeinde einen harten Einbruch erfahren muss, wenn auch noch die allseits und über den Dorfrand hinaus beliebte Breitensteiner Hocketse im Juli nicht stattfinden kann! Und in Stuttgart steht - nach Absage des Frühlingsfestes und des Cannstatter Wasens - auch schon der Weihnachtsmarkt auf der Kippe! Ob der Liederkranz dann überhaupt sein für dieses Jahr traditionsgemäß geplantes Weihnachtskonzert in der zu diesem Anlass bis auf den letzten Platz besetzten kleinen Breitensteiner Georgskirche wird veranstalten können, ist aus jetziger Sicht wahrlich ein weihnachtlicher Wunsch! Lassen Sie uns trotz aller unsäglichen Verschwörungstheorien über den Ursprung der Corona-Pandemie an diesem Wunsch in Gottvertrauen festhalten!

Hoffen wir gemeinsam und in gemeinsamem Einhalten der notwendiger Maßen gebotenen Schutzmaßnahmen auf ein erfolgreiches und glückliches Überstehen und Abklingen dieser Pandemie und damit auf die alsbaldige Rückkehr in die Normalität unseres gewohnten - manchmal verächtlich betrachteten, jetzt zunehmend vermissten - Alltagslebens in der unbeschwerten mitmenschlichen Begegnung!

Mit einem herzlichen Gruß in außergewöhnlicher Zeit und dem aktuell gewordenen Gruß:
                                                     "Ond bleibet Se gsond!"                   Wolfgang Funk

 

PS   Unser Bass, Wolfgang Funk hat - mit nicht gerade rosigen Aussichten, aber aktuellen Fakten - für uns diesen Bericht geschrieben, und wir fanden es passend diesen hier zu veröffentlichen (und später im Liederkranz-Magazin). Vor allem auch deshalb, um in nachfolgenden Zeiten rekonstruieren zu können, weshalb es in diesen Monaten zu einem Stillstand beim Liederkranz Breitenstein gekommen ist.
Herzlichen Dank an Wolfgang und vielleicht schreibt er zu gegebener Zeit die Weiterentwicklung dieser kuriosen Pandemie, die weltweit Menschen auf Grund von Unwissenheit und Unerfahrenheit dieses Viruses in Angst und Schrecken versetzt hat. bn