Aufgrund der neuen CORONA-Verordnungen finden im November keine Singstunden statt!

           
               
                   
   

Das Kinderchor Musical "Das geheime Leben der Piraten" Samstag, 09. Mai 2020 in der Breitensteiner Halle wurde infolge der Corona-Pandemie abgesagt! 

           
 

Sommerkonzert - "dies und das" am 11. Juli 2020 in der Breitensteiner Halle
gemischter Chor und Jugendchor


 

 
 

Ein Titel, der so gar nichts über unser diesjähriges Konzertprogramm verrät, außer dass es im Sommer stattfindet.

Der Grund: Die Liedauswahl zu diesem Konzert oblag diesmal ganz allein den Sängerinnen und Sängern. Aus allen eingeübten Chorsätzen (Klassik ausgenommen) suchten sie sich ihre ganz persönlichen Wunschtitel aus.

Kein Wunder, dass aus dem umfangreichen Repertoire sowohl Schwieriges als auch Heiteres und so mancher Ohrwurm den Sprung auf die Programm-Hitliste geschafft hat.

Genießen Sie sommerliche Vokal-Überraschungen, wohltuende Instrumentenklänge und heitere Anekdoten unseres Chorleiters.

Vor dem Konzert und in der Pause erwarten Sie leckere Schmankerln und erfrischende Getränke.

                                                                                            
           

 

Bilder:Dieter Macht
 Der  Liederkranz Breitenstein zu Zeiten der Corona-Pandemie - und gleichzeitig eine Dokumentation was uns bewegt in dieser Zeit
 

Ein persönliches Stimmungsbild - Teil 4 Ende Oktober: "shutdown" im Monat November!

Wir schreiben den 29. Oktober 2020: Die Tageszeitungen vermelden das Ergebnis der gestrigen Beratung in Berlin zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten der Länder: "Öffentliches Leben stark begrenzt" titelt die Stuttgarter Zeitung. "Ziel ist, die Kontakte um 75 Prozent zu reduzieren." Das heißt: Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch mit Angehörigen des eigenen und höchstens eines zweiten Hausstandes mit maximal 10 Personen erlaubt; keine öffentlichen und auch privaten Feiern in Großgruppen; Mahnung zum Verzicht auf private Reisen; die Gastronomie darf nicht öffnen; Theater-, Opern- und Konzertaufführungen sind nicht gestattet; Sportstudios sind geschlossen; nur Kitas und Schulen bleiben geöffnet. Die "AHA-Regeln" gelten sowieso in allen öffentlichen Bereichen. Alle Maßnahmen gelten zunächst bis Ende November. Und was kommt dann?!?
Gott sei Dank sind alle unsere Sängerinnen und Sänger bisher gesund durch diese Krise gekommen! Möge das auch weiterhin so bleiben!

Was bedeutet dies nun für den Liederkranz, der gerade gelernt hat, sich mit den Auflagen der Anti-Corona-Schutz-Maßnahmen zu arrangieren? Das bedeutet: Maximal 20 Chormitglieder durften zu einer Chorprobe zusammenkommen; deshalb wurden WhatsApp-Adressen ausgetauscht, um intern abzuklären, dass die Zahl 20 nicht überschritten wird; dazu musste der Mehrzweckraum bei der Breitensteiner Halle entsprechend und aufwändig vorbereitet werden: mit der Öffnung der Falttüren zum Gang hin, um mehr Raum für die notwendigen Abstände zwischen den Teilnehmern zu gewinnen; mit Maßband mussten die Abstände zwischen den Stühlen bemessen werden; am Eingang war Handdesinfektion geboten sowie das Eintragen in die ausliegende Anwesenheitsliste.
An dieser Stelle gebührt Albert und Werner im Namen des gesamten Chores ein herzliches Dankeschön für ihren immerwährenden, unermüdlichen Einsatz bei solchen Aufgaben.

Und nun zu den weiteren Aussichten? Die neuen Schutzmaßnahmen für den Monat November haben auch den Liederkranz als Gesangverein hart getroffen! Gerade vor drei Wochen hatten wir beschlossen, am 2. und 4. Advent nach dem Gottesdienst außerhalb der Georgskirche mit einigen konzertanten Weihnachtsliedern aufzutreten und damit auch unsererseits weihnachtliche Stimmung ins Dorf zu tragen. Herr Klein, unser Chorleiter, hatte daher für die Singstunden eine Auswahl an weihnachtlichem Liedgut zusammengestellt. Dazu hatten wir uns zur Chorprobe im Freien am 27. Oktober schon einmal zu einer Stell- und Sing- bzw. Hörprobe bei der Kirche versammelt. Die Stimmung unter allen Anwesenden war optimistisch, trotz der völlig ungewohnten Akustik im Freien und der bangen Frage: Werden wir denn überhaupt alle ohne Erklältung singen können, und wie viele Zuhörer werden wir wohl haben? Aber alle Anwesenden stimmten dem gewagten Projekt freudig zu.
Soll das nun alles vergebens gewesen sein? Denn im Laufe des November dürfen wir keine Chorproben anberaumen. Das heißt, dass es vor dem 2.Advent am 6.Dezember nur noch eine Probe wird geben können, wenn denn die jetzt getroffenen Schutzmaßnahmen Anfang Dezember aufgehoben werden können!?!

"Zündet die Lichter der Freude an", heißt es in einem unserer Adventslieder, und in der zweiten Strophe lautet der Text: "Zündet die Lichter der Hoffnung an". Lasst uns liebe Chormitglieder, dies als Motto und als Ziel in diesen Tagen des Monatswechsels von Oktober zu November und zur Advents- und Weihnachtszeit nehmen. Ein mehr als denkwürdiges Jahr 2020 neigt sich dem Ende. Soll uns diese Corona-Pandemie auch noch das Weihnachtsfest "verhageln"? Wir bleiben zuversichtlich und werden uns die Freude am gemeinsamen Singen nicht nehmen lassen!

Mit herzlichem Gruß an alle Vereinsmitglieder und "Bleibet gsond!"
Wolfgang Funk

                 

Ein persönliches Stimmungsbild - Teil 3 im Oktober 2020 - und noch immer keine guten Aussichten!

Die monatelange Phase ohne jegliche Aktivitäten unseres Gesangvereins, auch ohne allgemeine vereinsinterne Begegnungen ging im August zunächst ganz behutsam und mit größter Vorsicht und Rücksicht auf die gesetzlich verordneten Schutzmaßnahmen zu Ende. Da während der Sommerferien die Schule der Breitensteiner Halle sozusagen ungenutzt war, genehmigte die Gemeinde für die Termine 11., 18., und 25. August dem Liederkranz die Nutzung der Halle für erste Singstunden mit Einhaltung der gebotenen Abstände zwischen den teilnehmenden Sängerinnen und Sängern. Das waren spannende Momente im Umgang mit der vollkommen ungewohnten räumlichen Wirkung, Es erwies sich aber auch der starke Wille, den Sinn und Zweck unseres Vereinslebens nicht länger als unbedingt notwendig so ganz darniederliegen zu lassen. Nach dem Motto: "wo ein Wille ist, da findet sich auch ein Weg" richteten wir uns auf diese doch sehr befremdenden und für Chöre noch dazu erschwerten Bedingungen dennoch optimistisch ein. Wenn man mit ca 2 m Abstand in alle Richtungen von der/dem Mitsänger in seiner Stimmlage so etwas verloren im Raum steht, kommt man sich ein bisschen wie ein Solist vor, weil man den Anderen deutlich weniger hört und daher deren stimmlich-melodische Unterstützung deutlich weniger wahrnimmt. Das verunsichert freilich ganz erheblich. Dennoch reifte der mehrheitliche Beschluss, die Singstunden im Rahmen der Möglichkeiten auch nach dem Ende der Sommerferien wieder mit einer gewissen Regelmäßigkeit aufzunehmen. Nach dem Schulbeginn Mitte September stand dem Liederkranz aber wieder nur der übliche Probenraum für die Singstunden zur Verfügung. Wegen der Abstandsregeln und der Auflagen zu regelmäßiger Lüftung nach jeweils 45 Minuten konnte dort aber nicht der gesamte Chor mit seinen mehr als 30 Personen zusammenkommen. Daher fand man die Regelung, die Frauen- und Männerstimmen getrennt zu jeweils einstündigen Chorproben zusammenkommen zu lassen: Zunächst am 15. September von 19:00 bis 20:00 Uhr die Männer und von 20:00 bis 21:00 Uhr die Frauen. In der Woche danach der zeitliche Wechsel. Chormusik ist freilich etwas ganz Anderes! Wie oft brauchte man gewöhnlich zum Einstudieren die komplementäre Stimmlage Alt mit Tenor bzw. Bass mit Sopran oder andere Kombinationen je nach musikalischer Vorlage. Das war halt leider nicht möglich. Immerhin konnte man sich mit dieser "Lösung" die zusätzliche Auflage einhalten, dass angesichts der Raumgröße nur maximal 20 Chormitglieder zusammenkommen durften! Zudem mussten selbst dafür die Trennwände zum Gang der Halle geöffnet und die Bestuhlung genau vermessen werden - ein zusätzlicher Aufwand in der Vorbereitung der Singstunden. Mehrheitlich war man der Überzeugung, dass es doch möglich gemacht werden müsse, alle vier Stimmen des Chores gemeinsam proben zu lassen. Wäre da nicht "die magische Zahl 20"! Und so kam es denn auch am 6. Oktober dazu, dass nach einer Aussprache aller Anwesenden zum weiteren Vorgehen vier "überzählige" Chormitglieder den Probenabend verlassen mussten. Es bedarf jetzt also der Koordination und vorausgehender Absprache darüber, wer in den einzelnen Stimmen zur Singstunde anwesend sein wird, damit die Zahl 20 nicht überschritten wird. Das wird über verschiedene Medien wie Telefon, Internet und Whats App geregelt werden, damit freie Plätze genutzt werden können. Ein ziemlicher und unschöner Aufwand! Leider - aber verständlich - haben einzelne Chormitglieder in dieser schwierigen Lage zumindest vorübergehend grundsätzlich aus persönlichen Gründen ihre Anwesenheit zu den Singstunden abgesagt. Wie kann man unter diesen Bedingungen überhaupt chorisches Singen pflegen? Und was kann das Ziel unseres gemeinsamen Singens denn sein, wo bisher alle jahreszeitlich üblichen und gewohnten Events abgesagt werden mussten? Im Frühsommer schon kein Jahreskonzert unter dem Motto "dies und das", im Sommer keine "Breitensteiner Hocketse", im Winter kein "Breitensteiner Weihnachtsmärktle", kein Chorkonzert zur Weihnachtszeit in der Georgskirche. Wozu, mit welchem Ziel also die Singstunden, wenn kein Auftritt in der Öffentlichkeit uns beflügelt? Dazu kam nun die Idee auf und wurde gutgeheißen, dass der Chor - soweit sich die Mitwirkenden dazu bereitfinden - an zwei Adventssonntagen an der Georgskirche in Breitenstein nach dem Gottesdienst außerhalb der Kirche zu einem Adventssingen auftritt und sich auf diese bescheidene Weise situationsbedingt kulturell wahrnehmbar einbringt. So haben wir derzeit wieder ein Ziel im Chorgesang: Wir proben weihnachtliche Melodien für den adventlichen Auftritt. Daneben die Einstudierung und Festigung für das künftige Chorkonzert "dies und das". Nein, wir lassen uns von Corona nicht widerstandslos unterkriegen! Mit der braven Einhaltung aller gegebenen Schutzmaßnahmen wollen und werden auch wir der Pandemie die Stirn bieten, auch wenn das interne Vereinsleben darunter leiden muss: Keine Begrüßung mit Handschlag, immer mit Mund- und Nasen-Schutz und auf Abstand in Bewegung und freilich kein Gedanke daran, nach der Singstunde noch "was trinken zugehen" und miteinander zu plauschen. Das geht jetzt alles nicht. Möge es doch möglichst bald wieder anders werden!

Bleibet gsond! Mit herzlichem Gruß Wolfgang

 

              

               "Der Liederkranz in der Corona Krise" - Ein persönliches Stimmungsbild 2. Teil im Juli 2020

Wir schreiben Samstag, den 18. Juli 2020: Heute hätte eigentlich die beliebte und belebte Breitensteiner Hocketse stattfinden sollen, die freilich seit langem schon abgesagt werden musste. Auch in unserer Gemeinde liegt das kulturelle Leben derzeit darnieder!

Der Vorstand hat in der Breitensteiner Halle zu einer Mitgliedersonderversammlung geladen, weil Nachbesserungen in der Formulierung der Vereinssatzung eingefordert wurden. Das ist seit 5 Monaten - genau genommen seit der letzten Chorprobe am 10. März diesen Jahres - wieder die erste Begegnung der aktiven Mitglieder, die ja eigentlich vor allem gemeinsam singen möchten, ihr aktuelles Repertoire auf der Höhe halten möchten.

Sei es gleich gesagt: die Stimmung war bedrückend. Schon am Eingang zur Halle kam man am Desinfektionsapparat nicht vorbei, Mund-Nasen-Schutzmasken lagen bereit, für diejenigen, die nicht daran gedacht hatten. Und so begrüßte man sich etwas verhalten und leicht verunsichert - auf Abstand und maskiert - und betrat die Halle, wo entsprechend viele Stühle in genau vermessenem Abstand etwas verloren in der großen Halle herumstanden, in dem Raum, in dem, wenn überhaupt möglich, künftige Singstunden abgehalten werden könnten. Vor dem offiziellen Beginn der Versammlung konnten wir uns in der Halle und auf den gebotenen Abstand achtend deutlich zwangloser und in gewohnter Vertrautheit unterhalten und nach dem persönlichen Befinden fragen, unser aller Bedauern der fortwährenden Dauer dieser ungewohnten Lage austauschen, das bei vielen gemeinsame Entsetzen über sogenannte "Corona-Rebellen" mit ihren abstrusen Verschwörungstheorien und die voreiligen und leichtsinnigen Urlauber - etwa auf der Party-Meile bei Palma de Mallorca - bekunden.

Die juristisch notwendigen Änderungen der Vereinssatzung waren schnell abgetan und wurden per Handzeichen abgesegnet. Mit 28 Anwesenden waren wir rechtsgültig beschlussfähig.

Was danach zur Sprache kam, darauf waren wir wohl alle sehr gespannt: die Beantwortung der großen Frage "Wie geht's jetzt weiter?"
Um es vorwegzunehmen: Genaues weiß keiner, alles ist sehr offen, weil es auf die weitere Entwicklung der Infektionszahlen und damit auf die weitere Ausbreitung des Coronavirus ankommt.

Aus dem zurück- und einigermaßen brachliegenden Vereinsleben berichtete der Vorsitzende Werner Weinstein zunächst von den diversen Bemühungen um finanzielle Unterstützung des Vereins angesichts der ausgefallenen Einnahmen bei abgesagten Konzerten der verschiedenen Chorgruppierungen des Liederkranz. Immerhin sprang die örtliche Genoba neben anderen auch unserem Verein mit einem vergleichsweisen angemessenen Betrag bei, für den mit Applaus gedankt wurde.

Sodann berichtete der Vorstand von zurückliegenden Geburtstagen und leider auch dem Trauerfall eines früher in vielerlei Hinsicht aktiven Vereinsmitglied. Zum Glück war von Corona-Erkrankungen im Verein nicht die Rede!

Anlässlich der Geburtstage kam die Frage nach den sonst üblichen Geburtstagsständchen bei Singstunden auf und damit die Frage nach den uns gegebenen Möglichkeiten der Pflege des Chorgesangs. Zunächst wurden die räumlichen Auflagen nach den Richtlinien geklärt:
Bei Chören gilt ein Abstand zwischen den Sänger*innen von mindestens 5 m und maximal zwanzig Beteiligten. Das heißt schon mal, dass der gesamte gemischte Erwachsenen-Chor nicht in einer Singstunde zusammen kommen kann! Herr Klein, der Chorleiter, brachte ein, man könne auch mit einzelnen Stimmlagen in Gruppen proben. Dafür gelten jedoch wiederum Bestimmungen, die besagen, dass in regelmäßigem Wechsel von 15 Minuten gesungen und die Belüftung des Raumes vorgenommen werden müssen. Bei den räumlichen Gegebenheiten käme also grundsätzlich nur die große Breitensteiner Halle in Betracht. Und das ist wegen Nutzung durch schulische und sonstige Sportveranstaltungen eigentlich nur in schulfreien Ferienzeiten möglich, also gewissermaßen illusorisch. Für die bevorstehenden Sommerferien der Schulen hat der Vorstand bei der Gemeinde prophylaktisch angefragt und für einige Termine im August "grünes Licht" für die Hallennutzung bekommen.

So stellte sich die Frage an die aktiven Sänger*innen:" Wollen wir das? Und schaffen wir das?" Die Antwort fiel mehrheitlich zustimmend aus: Wir wollen ja gemeinsam singen!!!
Und das wollten wir dann gleich einmal erproben, um Erfahrung mit dem Gesang auf Abstand mit oder ohne Maske und in der großen Halle zu bekommen. Also Neugruppierung nach den Stimmlagen und Anstimmen des allen geläufigen Breitensteiner Liedes. Herr Klein gab - aus weiter Ferne!?! - die Töne und dirigierte den weit verstreut stehenden reduzierten Chor. Alle sangen jetzt mit Maske. Eine ungewohnte, befremdliche Wahrnehmung vornehmlich der eigenen Stimme auf weiter Flur. Und dennoch fand Herr Klein: "Ich höre euch gut; klingt doch ganz ordentlich!" Tröstende Worte, die uns alle dazu ermutigten, auch noch zwei Geburtstagsständchen" - "Fröhlich wollen wir beginnen" und "Freude, schöner Götterfunken" anzustimmen. Die Noten wurden verteilt, und siehe da: "Geht doch!"

Es wurden einige Probentermine im August für alle festgelegt zur Pflege und Aufarbeitung des ehemaligen Sommerkonzert-Programmes und nicht zuletzt auch der individuellen Stimmbildung nach monatelanger gesanglicher "Abstinenz!"

Wie es jedoch nach den Sommerferien mit Wiederbeginn des Schulbetriebes weitergehen kann und wird, das steht derzeit noch in den Sternen. Darum wurde auch die Frage um das Zustandekommen des für dieses Jahr geplanten Weihnachtskonzertes in der Georgskirche erst gar nicht angesprochen.

Bleiben wir also weiterhin zuversichtlich bezüglich des hoffentlich baldigen Abklingens der Corona-Pandemie und der bis dahin notwendigen Schutzmaßnahmen und vor allem...   "Bleibet Se gsond!

Mit herzlichen Grüßen

Wolfgang Funk

PS  Es ist zu befürchten, daß wir auch noch einen 3.Teil von Wolfgang bekommen werden

 

 

 

 

 

               

   Die Bank steht unterhalb der Mehrzweckhalle, gestiftet vom Liederkranz Breitenstein nach einer Idee von Evi Scheuermann - Bild: bn/veröffentlicht Mitte Mai 2020    

                                     
                 

      Im Frühjahr 2020 - persönliche momentane Eindrücke  - Mitte Mai 2020

Bei der Mitglieder-Jahresversammlung am 3. März ahnte niemand, dass solch harte Zeiten auf uns alle zukommen würden. Ab dem 17. März galten strenge und noch strenger werdende Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus (Sars-CoPV-2, COVID-19) in der weltweiten Pandemie:
Versammlungsverbot über den häuslichen Personenkreis hinausgehend, Schulen und Kitas geschlossen, die Schulen müssen trotz kaum vorhandener Vorbereitung und elektronischer Ausstattung auf Homeschooling umstellen, für die Kitas wird nur eine Notbetreuung für Kinder "systemrelevanter Berufsgruppen" eingerichtet, Kinderspielplätze werden mit Zugangsverbot abgeriegelt, Museen geschlossen, Theater und sonstige Veranstaltungen, ja auch Prostitution verboten (!), Fußballspiele mit Publikum untersagt, sämtliche Geschäfte, mit Ausnahme der Lebensmittelläden geschlossen, Betriebe weitestgehend auf Homeoffice umgestellt bzw. auf Kurzarbeit der Arbeitnehmer heruntergefahren, in den Krankenhäusern werden verschiebbare Operationen untersagt, um die Intensivstationen für höhere Kapazitäten auszubauen, Familienbesuche, auch bei Angehörigen in Altenheimen untersagt und schließlich das zentrale Gebot: Zuhause bleiben, um andere und sich selber nicht zu gefährden.

Derzeit (Mai) besteht die Pflicht Nasen- und Mundschutzmasken zu tragen beim Betreten von mittlerweile sukzessive wieder geöffneter Geschäfte. Schlangestehen vor dem Einlass mit obligatorischer Desinfektion der Hände wie auch des Einkaufwagens sind zur ungewöhnlichen aber notwendigen Gewohnheit geworden.

Und was bedeutet das alles für den Liederkranz Breitenstein, unseren Gesangsverein?
Am 10. März fand die bisher letzte Singstunde statt. Eigentlich wollten wir in der Woche danach den 70. Geburtstag unseres Chorleiters Herbert Klein feiern; aber dazu kam es leider nicht, denn die Chorproben mussten einstweilen bis 21. April wegen Versammlungsverbot abgesagt werden. Und das ist bis heute der status quo: keine Singstunden, kein vergnügliches Beisammensein, kein gemeinsames, fröhliches Singen. Aber schlimmer noch: Längst geplante Konzerte bzw. Auftritte des Jugendchors am 21. März "The best day of my Life" sowie des Kinderchores am 9. Mai mit dem Musical "Das geheime Leben der Piraten" mussten entfallen! Mit heutigem Datum sind die Proben des Erwachsenenchores seit 8 Wochen ausgesetzt, und damit ist der geplante Termin des Jahres-Sommer-Konzertes "dies und das" am 11. Juli mit vom Chor selbst ausgewählten Lieblingsliedern (Hits) wohl kaum noch zu halten! Und außerdem steht noch "in den Sternen", wann ein normales Vereiensleben und damit unser gemeinsames Singen überhaupt wieder möglich bzw. erlaubt sein wird! Mit Mundschutzmasken kann man freilich nicht singen, und um bei 36 Chormitgliedern mindestens 1,5 Meter Abstand wahren zu können, müssten wir in der Breitensteiner Halle zur Singstunde zusammen kommen. Das sind betrübliche Aussichten! Nicht nur, weil wir das Programm unseres Konzertes nicht weiter einstudieren können, sondern weil ganz einfach die Kontakte, die wöchentlichen Begegnungen im Verein schmerzlich vermisst werden! Man sieht sich nur von weitem, grüßt freundlich im Vorübergehen oder im Vorbeifahren aus dem Auto; wenn's hoch kommt, gelingt  ein nachbarliches Schwätzchen "über d'Straß" oder über den Gartenzaun. Kurz: das übliche Leben und Begegnen im (Gesangs-)Verein liegt darnieder! Es ist nur ein schwacher Trost, dass uns dieses Schicksal mit allen anderen Vereinen des Ländles verbindet. Zu befürchten ist gar noch, dass das kulturelle Leben der Gemeinde einen harten Einbruch erfahren muss, wenn auch noch die allseits und über den Dorfrand hinaus beliebte Breitensteiner Hocketse im Juli nicht stattfinden kann! Und in Stuttgart steht - nach Absage des Frühlingsfestes und des Cannstatter Wasens - auch schon der Weihnachtsmarkt auf der Kippe! Ob der Liederkranz dann überhaupt sein für dieses Jahr traditionsgemäß geplantes Weihnachtskonzert in der zu diesem Anlass bis auf den letzten Platz besetzten kleinen Breitensteiner Georgskirche wird veranstalten können, ist aus jetziger Sicht wahrlich ein weihnachtlicher Wunsch! Lassen Sie uns trotz aller unsäglichen Verschwörungstheorien über den Ursprung der Corona-Pandemie an diesem Wunsch in Gottvertrauen festhalten!

Hoffen wir gemeinsam und in gemeinsamem Einhalten der notwendiger Maßen gebotenen Schutzmaßnahmen auf ein erfolgreiches und glückliches Überstehen und Abklingen dieser Pandemie und damit auf die alsbaldige Rückkehr in die Normalität unseres gewohnten - manchmal verächtlich betrachteten, jetzt zunehmend vermissten - Alltagslebens in der unbeschwerten mitmenschlichen Begegnung!

Mit einem herzlichen Gruß in außergewöhnlicher Zeit und dem aktuell gewordenen Gruß:
                                                     "Ond bleibet Se gsond!"                   Wolfgang Funk

 

PS   Unser Bass, Wolfgang Funk hat - mit nicht gerade rosigen Aussichten, aber aktuellen Fakten - für uns diesen Bericht geschrieben, und wir fanden es passend diesen hier zu veröffentlichen (und später im Liederkranz-Magazin). Vor allem auch deshalb, um in nachfolgenden Zeiten rekonstruieren zu können, weshalb es in diesen Monaten zu einem Stillstand beim Liederkranz Breitenstein gekommen ist.
Herzlichen Dank an Wolfgang und vielleicht schreibt er zu gegebener Zeit die Weiterentwicklung dieser kuriosen Pandemie, die weltweit Menschen auf Grund von Unwissenheit und Unerfahrenheit dieses Viruses in Angst und Schrecken versetzt hat. bn